

Digitale Technologien verändern seit einigen Jahren die zahnmedizinische Versorgung – oftmals leise, aber sehr wirkungsvoll. Verfahren wie digitale Abformungen, 3D-Planung oder computergestützte Fertigung sind in vielen Praxen bereits fest etabliert. Auch für Patienten ergeben sich dadurch komfortablere Abläufe, transparente Behandlungswege und präzisere Ergebnisse.
Im Gespräch mit Frau Dr. Zimmermann von der Praxis GoDent in Gommiswald möchten wir erfahren, welche Rolle die Digitalisierung im Praxisalltag spielt, welche Entwicklungen besonders relevant sind und wie sie die Zukunft der Zahnmedizin mitgestaltet.
Wenn ich an unseren Praxisalltag denke, dann ist Digitalisierung heute nicht „ein Extra“, sondern eher die Basis dafür, wie wir arbeiten. Sie hilft uns dabei, Behandlungen planbarer zu machen – und zwar für beide Seiten: fürs Team und für die Patienten. Gerade in einer Praxis wie GoDent, wo wir Wert auf einen hoch qualitativen, ruhigen, strukturierten Ablauf legen, ist das enorm wichtig. Digital heißt für mich vor allem: mehr Präzision, mehr Transparenz, bessere Qualität und vor allem mehr Komfort für den Patienten –am Ende ein besseres Behandlungserlebnis in oft halb so vielen Terminen.
Am stärksten spüre ich den Unterschied bei digitalen Scans statt klassischer Abdrücke, bei 3D-Planungen und bei der digitalen Kommunikation mit dem Labor. Früher waren bestimmte Schritte deutlich „analog-lastiger“ und damit auch fehleranfälliger oder langsamer. Heute kann ich vieles direkt visualisieren, prüfen, planen und nachvollziehbar erklären. Und: Wir gewinnen Zeit – nicht, um schneller „durchzuschleusen“, sondern um uns die Zeit an der richtigen Stelle zu nehmen: bei der Beratung und beim individuellen Vorgehen. Die kürzere Zeit bedeutet auch, dass der Patient oft in nur einer Sitzung behandelt wird.
Ich beschreibe es gern so: Digitale Diagnostik bringt signifikant mehr Komfort für den Patienten, Ordnung und Klarheit in komplexe Situationen. Ein Scan liefert sehr detaillierte Informationen – und wir können darauf aufbauend präzise planen: Wie viel Platz ist vorhanden? Wie sieht die Bisslage aus? Wo sind kritische Bereiche?
Und für Patienten ist das oft der entscheidende Punkt: Man sieht plötzlich selbst, worum es geht. Aus einem „Ich hoffe, das passt schon“ wird ein „Ich verstehe, warum wir das so machen“. Diese Transparenz nimmt vielen auch Angst, weil Ungewissheit häufig ein großer Stressfaktor ist. Digitale Zahnmedizin führt aber auch dazu, dass man wesentlich weniger Anästhetika (Betäubungsmittel) braucht, durch zB präzise Dosierung von geringsten Mengen lokal appliziert.
Da gibt es mehrere Ebenen. Ganz konkret:
Mehr Qualität: Präzise Daten schon für in der Vorbereitung und im Labor, aber auch in der Umsetzung.
Mehr Komfort: Digitale Abformungen sind für viele deutlich angenehmer als klassische Abdrucklöffel.
Mehr Sicherheit: Präzisere Planung reduziert Überraschungen während der Behandlung.
Mehr Transparenz: Patienten können Entscheidungen besser nachvollziehen, weil wir Visualisierungen nutzen.
Oft weniger Termine: Je nach Behandlung lassen sich Abläufe straffer und effizienter gestalten.
Was mir besonders wichtig ist: Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck. Es geht nicht um „Hightech, weil es modern klingt“, sondern um spürbare Vorteile – und die merken Patienten tatsächlich.
Wenn ich ehrlich bin: Das ist einer der größten Qualitätshebel. Die digitale Zusammenarbeit macht die Kommunikation mit dem Labor viel eindeutiger. Wir können Daten schnell austauschen, Details markieren, Varianten diskutieren – ohne Informationsverlust.
Und das zahlt sich aus, weil Zahnersatz oder Schienen am Ende passgenau und ästhetisch sein müssen. Patienten wünschen sich nicht nur „funktioniert“, sondern „fühlt sich natürlich an“. Digitale Prozesse helfen uns, diesem Anspruch näherzukommen – gerade bei anspruchsvollen Fällen.
Natürlich. Digitalisierung bedeutet nicht nur Geräte kaufen – es bedeutet, Abläufe zu verändern. Und Veränderungen sind im Praxisalltag immer eine Herausforderung.
Ein Thema ist die Einarbeitung im Team: Jeder muss sich sicher fühlen, sonst bremst es. Ein anderes Thema ist die Qualitätssicherung: Digitale Prozesse müssen genauso sauber kontrolliert werden wie analoge. Und man lernt: Technik ist gut – aber sie ist nur so gut wie das System drumherum.
Was uns geholfen hat, war ein klarer Anspruch: Wir digitalisieren nur dort, wo es Patienten wirklich nützt und unsere Qualität messbar besser macht.
Das ist ein sehr wichtiger Punkt – und ich finde es gut, wenn Patienten danach fragen. Bei uns gilt: Datenschutz ist Teil der Behandlungsqualität.
Wir achten auf sichere Systeme, klare Zugriffsrechte, regelmäßige Updates und strukturierte Prozesse im Team. Daten werden nur dort verarbeitet, wo es notwendig ist, und so, dass sie geschützt sind – nach den geltenden Datenschutzanforderungen (Schweizer DSG und – wo relevant – gängigen europäischen Standards). Wir arbeiten mit erfahrenen, profilierten IT-Spezialisten genau aus dem zahnmedizinischen Umfeld zusammen, um auch hier höchste Qualität und Sicherheit zu liefern.
Kurz gesagt: Digital heißt nicht „leichtfertig“, sondern im Gegenteil: kontrolliert, nachvollziehbar, abgesichert.
Sehr oft höre ich: „Das war viel angenehmer als gedacht.“ Gerade Patienten mit starkem Würgereiz oder mit Angst reagieren auf digitale Abformungen oft erleichtert.
Viele finden auch die Bilddarstellung hilfreich – weil sie sich ernst genommen fühlen. Es ist ein Unterschied, ob ich etwas nur erkläre, oder ob ich gemeinsam mit dem Patienten am Bildschirm anschaue, was wir sehen und warum wir welche Lösung empfehlen. Das schafft Vertrauen – und Vertrauen ist die Basis für gute Zahnmedizin.
Wenn ich nach vorne schaue, sehe ich enormes Potenzial in drei Bereichen:
Noch präzisere Planung und Vorhersagbarkeit, etwa bei komplexen Fällen oder in der prothetischen Versorgung.
Effizientere Abläufe, sodass Patienten weniger Termine benötigen oder Behandlungen planbarer werden.
Bessere Patientenkommunikation: Digitale Tools helfen uns, Entscheidungen verständlicher zu machen – und genau das ist für viele ein Gamechanger.
Für GoDent bedeutet Zukunft: moderne Technik kombiniert mit menschlicher Ruhe und Zeit. Diese Mischung macht den Unterschied.
Ich denke, wir werden drei große Trends sehr deutlich sehen:
KI-gestützte Diagnostik und Auswertung, als Unterstützung – nicht als Ersatz – für den Zahnarzt. Wir haben erste Systeme im Einsatz, sehen aber, dass hier noch viel Entwicklungsarbeit nötig ist. Diese wird zurzeit geleistet. Dank meinem Masterarbeit in der Kieferorthopädie über diese Themen und meiner langjährigen Erfahrung und Austausch mit Fachkollegen sehe ich diesem Trend voller Spannung und eng begleitend entgegen.
Mehr Chairside- und CAD/CAM-Prozesse, also schnellere, präzisere Fertigung und Anpassung. So sind wir eines der ersten Praxen, die einen eigenen 3D Drucker im Einsatz haben, um unseren Patienten noch schneller und personalisierter bedienen zu können.
Noch stärker personalisierte Behandlung, weil Daten, Diagnostik und Planung immer genauer werden.
Gleichzeitig bleibt etwas unverändert: Patienten wünschen sich hervorragende Qualität, Sicherheit, Vertrauen und ein gutes Gefühl. Technik kann dabei helfen – aber sie ersetzt nie die Beziehung. Genau deshalb ist unser Anspruch bei GoDent: Hightech mit Herz.
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