Grauer Star

Grauer Star (Katarakt)

Der Graue Star gilt als einer der häufigsten Augenerkrankungen. Heutzutage kann die sogenannte Katarakt dank moderner OP-Verfahren sicher und risikoarm behandelt werden.

 
ÜBERSICHT
Begriffe Grauer Star, Katarakt, Linsentrübung
Wer ist betroffen? Männer und Frauen, vor allem im höheren Alter
Symptome Sehen wie durch einen “Schleier”, Kontrast- und Farbensehen geschwächt, Lichtempfindlichkeit, im fortgeschrittenem Stadium Trübung der Linse von außen sichtbar
Behandlungs-methode Operativ
Behandlungsdauer ca. 10 Minuten
Anästhesie Lokalanästhesie
Klinikaufenthalt Ambulant
Nachsorge Vermeidung körperlicher Anstrengung und Verzicht auf Schwimmen und Sauna bis zu 6 Wochen nach OP
Kosten Kosten für Standardlinse werden von Krankenkassen übernommen, bei Premiumlinsen Selbstbeteiligung zw. 1.000-2.000€

Grauer Star: Verbreitetes Augenleiden ist gut behandelbar

Der Graue Star gehört zu den häufigsten Augenerkrankungen im Alter. Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als eine halbe Million Menschen aufgrund der Erkrankung an den Augen operiert. Die Erkrankten sehen ihre Umgebung wie durch einen Schleier: die Schärfe der auf die Netzhaut fallenden Bilder nimmt ab, die Kontraste sind weniger deutlich, und auch die Farben verlieren an Strahlkraft. Betroffene haben somit mit einer deutlich verminderten Sehqualität zu kämpfen.

Ausgelöst wird diese auch “Katarakt” genannte Veränderung unseres wichtigsten Sinnes durch eine Eintrübung der bei Gesunden glasklaren Augenlinse. Im schlimmsten Fall führt der Graue Star / die Linsentrübung zu einem Verlust des Augenlichts: 40 Prozent der Erblindungen weltweit sind auf eine Katarakt zurückzuführen. Mit einer Operation lässt sich die Erkrankung allerdings sehr gut behandeln.

Grauer Star

Weitere ausführliche Informationen zu den Ursachen der Katarakt, dem Verlauf der Erkrankung, der Behandlung sowie ihren Risiken können Sie auf dieser Seite nachlesen.

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Ursachen des Grauen Stars

Die Linsentrübung wird dadurch verursacht, dass die in ihr befindlichen Eiweiße aus bisher unbekannten Gründen zu Kristallen werden. Die bei gesunden Augen durchsichtige Linse befindet sich hinter der Pupille. Diese Eintrübung der Linse ist allen an Grauem Star Erkrankten gemein. Das Krankheitsbild kann jedoch durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst werden.

Bei älteren Menschen, die etwa 90 Prozent der Erkrankten darstellen, konnte nachgewiesen werden, dass die Veranlagung über die Entstehung des Grauen Stars mit entscheidet. Weitere, bislang unbekannte Faktoren müssen beim so genannten “Altersstar” allerdings dazukommen. Experten gehen davon aus, dass eine im Alter schlechter werdende Versorgung der Linse mit Nährstoffen der Auslöser für eine Katarakt sein könnte. Betroffen sind Menschen ab der sechsten Lebensdekade.

Grauer Star alter Mann

Darüber hinaus lassen sich in einigen Fällen auch eindeutige Auslöser des Grauen Stars ermitteln. Dazu gehören unterschiedliche Faktoren wie die Einnahme bestimmter Medikamente (dazu gehört vor allem Kortison), UV-Strahlung, Augenverletzungen oder Erkrankungen des Auges, wie ein Glaukom, sowie das Vorliegen einer Diabetes-Erkrankung. Auch der häufige Umgang mit sehr heißen Materialien kann Auslöser des Grauen Stars sein, sodass beispielsweise bei Glasbläsern Katarakte als Berufskrankheit anerkannt ist.

Auch bei jungen Menschen und Kindern kann es durch Vererbung in seltenen Fällen zum Ausbruch des Grauen Stars kommen. In Ländern der Dritten Welt sind infolge der Mangelernährung häufig auch Kinder von der Erkrankung betroffen. Infolge von Rötelinfektionen oder von Virusinfekten während der Schwangerschaft bzw. der Geburt kann der Graue Star auch bei Neugeborenen auftreten.

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Typische Symptome des Grauen Stars

An einer Katarakt Erkrankte leiden unter einer starken Einschränkung der Sehqualität. Sie sehen die Welt wie durch einen Schleier. Je nach Stadium der Erkrankung wirkt die Umgebung durch die milchige Eintrübung zunehmend ihrer Farben beraubt. Die Kontraste werden schwächer, die Konturen der Gegenstände verschwimmen.

Darüber hinaus klagen Patienten mit einer Linsentrübung über eine starke Lichtempfindlichkeit bei hellem Licht, das als grell empfunden wird. In einzelnen Fällen beschreiben die Betroffenen auch das Sehen von Doppelbildern. Auch Lichthöfe rund um Lichtquellen sind typisch für diese Erkrankung.

Ist das Krankheitsbild bereits stark ausgeprägt, ist die Krankheit auch ohne Hilfsmittel von außen diagnostizierbar: Hinter der Pupille wird dann die eingetrübte Linse sichtbar.

Unterschiede beim angeborenen und durch das Alter bedingten Grauen Star

Bei einer Alterskatarakt ist der Verlust der Sehkraft bzw. Sehqualität schleichend, erste Symptome machen sich deswegen häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium bemerkbar.

Eine angeborene Katarakt hingegen weist sofort eine voll ausgeprägte Symptomatik auf. Gerade bei Neugeborenen ist eine umgehende Therapie notwendig, da sich der Sehsinn sonst nicht normal entwickeln kann und bleibende Beeinträchtigungen drohen.

Mögliche Symptome eines Grauen Starts auf einen Blick:

  • Sicht wie durch einen Schleier
  • Sicht bekommt milchige Eintrübung
  • Kontraste werden schwächer
  • Konturen der Gegenstände verschwimmen
  • Starke Lichtempfindlichkeit
  • Sehen von Doppelbildern
  • Lichthöfe rund um Lichtquellen
  • Eingetrübte Linse hinter Pupille sichtbar

 

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Grauer Star: Verlauf der Erkrankung / Linsentrübung

Die allmähliche Entwicklung einer Katarakt geht mit einem allmählichen Verlust des Farbensehens einher, daher auch die Bezeichnung als “Grauer Star”, wobei sich “Star” laut einer verbreiteten Lesart von dem typischen Starren im fortgeschrittenen Krankheitsstadium herleitet.

Über die bereits beschriebenen Symptome und verminderten Sehqualität hinaus ist es typisch für bestimmte Verlaufsformen der Katarakt, dass bei gleichzeitig bestehender Altersweitsichtigkeit zu einer vorübergehenden Verbesserung der Nahsicht kommt und eine Lesebrille plötzlich nicht mehr notwendig ist, was durch eine Verdickung der Linse bedingt ist. Diese Entwicklung ist allerdings vorübergehend und geht außerdem mit einer Verschlechterung der Fernsicht einher.

Anders als von vielen befürchtet ist der Graue Star nicht notwendig mit einer späteren Erblindung verbunden. Mit den heute verfügbaren Therapien lassen sich Katarakte sehr gut behandeln.

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Wie wird ein Grauer Star diagnostiziert?

Für die Untersuchung auf Grauen Star stehen dem Augenarzt verschiedene Diagnosemittel zur Verfügung. Den Schwerpunkt bildet dabei die Untersuchung des Auges und der Augenlinse, da diese bei Katarakt-Patienten verändert ist.

Neben den augenärztlichen Diagnoseverfahren sind gegebenenfalls weitere Untersuchungen erforderlich. Gerade bei jungen Menschen kann ein Grauer Star als Folge einer anderen Erkrankung auftreten, beispielsweise Diabetes mellitus, Myotonie oder Tetanie. Aus diesem Grund kann es bei jungen Menschen notwendig sein, zusätzliche Untersuchungen von Blutbild, Haut und Muskeln durchzuführen.

Spaltlampe

Bei Verdacht auf Grauen Star ist das Spaltlampenmikroskop für den Augenarzt eines der wichtigsten Diagnosemittel. Das Mikroskop bietet eine bis zu 40-fach vergrößerte Ansicht der Linse. Auch andere Strukturen des Auges wie die Hornhaut mit ihrer Vorder- und Rückfläche oder die Vorderkammer, Iris und Pupille können mit der Spaltlampe eingehend untersucht werden. Selbst kleinste Auffälligkeiten am Auge lassen sich auf diese Weise dokumentieren.

Vor der Untersuchung bekommt der Patient Pupillen weitende Augentropfen verabreicht. Für die Diagnose leuchtet der Arzt das Auge mit einem spaltförmigen Lichtstrahl aus und untersucht die unterschiedlichen Augenabschnitte bei der gewünschten Vergrößerung. Mögliche Befunde werden gegebenenfalls fotografisch festgehalten.

Brückner-Test

Der Brückner-Test ist ein einfaches Diagnose-Verfahren, bei dem das Auge ebenfalls durchleuchtet wird. Mit einem speziellen Diagnosegerät, dem Ophthalmoskop, richtet der Augenarzt eine Lichtquelle auf das Auge. Das einfallende Licht wird von der Netzhaut reflektiert, mögliche Linsentrübungen sind dabei als dunkle Flecken zu erkennen.

Der Brückner-Test dient vor allem als Diagnosemittel bei Kindern, wenn der Verdacht auf eine Katarakt besteht. Die Untersuchung kann schon im Säuglingsalter durchgeführt werden.

Videokeratoskopie und Hornhaut-Topographie

Wenn der Verdacht auf Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) besteht, kann die Hornhaut im Rahmen einer Videokeratoskopie genauer untersucht werden. Solche Hornhautveränderungen kommen als Ursache für verschiedene Sehstörungen infrage, unter anderem können sie auch beim Grauen Star von Bedeutung sein.

Bei der Videokeratoskopie macht der Augenarzt eine computergestützte Abbildung der Hornhautoberfläche. Durch Auswertung verschiedener Messpunkte und Ebenen werden die Krümmungsradien der Hornhaut in allen Achsen ermittelt.

Messung der Hornhautdicke (Pachymetrie)

Bei der Pachymetrie wird die Hornhautdicke mithilfe von Laserlicht oder Ultraschall gemessen. Die Untersuchung erfolgt beim Laser sogar berührungslos mit einem hochpräzisen Messgerät. Dieses Gerät ist in der Lage, das Höhenrelief der Hornhaut grafisch in verschiedenen Farben darzustellen.

Messung der Endothelzell-Dichte

Der Begriff Endothel bezeichnet die innere Zellschicht der Hornhaut. Diese ist insbesondere für die optische Klarheit der Hornhaut von großer Bedeutung. Veränderungen an dieser Innenschicht können wichtige Hinweise geben, wenn eine Schädigung der Hornhaut vorliegt. Aus diesem Grund nimmt der Augenarzt bei Verdacht auf Grauen Star häufig eine Messung der Endothelzellen vor. Hierbei werden die Hornhautzellen mit dem Endothelzellmikroskop gezählt. Die Untersuchung erfolgt berührungslos mit einer computergestützten Spezialkamera.

Retinometrie

Die Retinometrie ist eine Untersuchung zur Feststellung der potenziellen Sehschärfe nach der Kataraktoperation. Im Rahmen dieser Untersuchung kann der Arzt erkennen, welches Sehvermögen ein Katarakt-Patient ohne die Linsentrübung hätte. Mit einem speziellen Diagnosegerät, dem Retinometer, wird mittels Laser das Auflösungsvermögen der Netzhaut gemessen. Die Ergebnisse liefern dem Augenarzt wertvolle Informationen darüber, ob die Sehkraft durch eine Operation wiederhergestellt werden kann oder nicht.

Optische Kohärenztomografie (OCT)

Die Optische Kohärenztomografie ist ein Messverfahren, bei dem verschiedene Strukturen im Auge mit Laserlicht in Form von hochauflösenden Schnittbildern durch das Gewebe untersucht werden. Das OCT-Gerät tastet das gewünschte Gewebe ab und erstellt zwei- oder dreidimensionale Schnittbilder in sehr hoher Auflösung. Im Rahmen der OCT kann beispielsweise die Nervenfaserschicht der Netzhaut untersucht werden. Das OCT-Gerät erfasst auch kleinste krankhafte Veränderungen am Auge und kann gewissermaßen in die Tiefe des Gewebes blicken. Die Untersuchung ist für den Patienten vollkommen schmerz- und berührungsfrei.

Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie)

Die Gesichtsfelduntersuchung ist wichtiges Verfahren zur Beurteilung des Sehvermögens in den äußeren, peripheren Bereichen des Sichtfelds. Anhand dieser Untersuchung kann der Augenarzt erkennen, ob der Patient einzelne Zonen des Gesichtsfeldes unterschiedlich gut wahrnimmt. Ist diese Wahrnehmung eingeschränkt, spricht man von Gesichtsfeldausfällen. Die Untersuchung und Auswertung erfolgt in der Regel computergesteuert.

3D Katarakt-Analyse (Scheimpflug-Imaging)

Das Scheimpflug-Imaging ist ein modernes Diagnoseverfahren zur Untersuchung des vorderen Augenabschnitts. Mit diesem Verfahren können Linse, Hornhaut und weitere Strukturen des Auges sehr präzise dreidimensional dargestellt werden. So erhält der Augenarzt wertvolle Informationen dazu, ob und in welchem Ausmaß eine Trübung der Linse vorliegt. Das Scheimpflug-Imaging trägt vor allem dazu bei, eine Katarakt-Erkrankung frühzeitig zu diagnostizieren.

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Grauer Star OP: Künstliche Linsen / Kunstlinsen

Wenn durch eine zunehmende Trübung die körpereigene Linse ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen kann, muss sie operativ ausgetauscht werden. Auch wenn Linsen aus körpereigenem Material noch nicht künstlich hergestellt werden können, bietet die moderne Augenheilkunde ein breites Spektrum an Kunstlinsen an, die sich durch sehr hohen Tragekomfort und eine sehr gute Verträglichkeit auszeichnen. Welche Linse für welchen individuellen Fall am besten geeignet ist, wird mit dem behandelnden Augenarzt besprochen.

Welche Arten von Kunstlinsen gibt es?

Zunächst gibt es die Standardlinsen, sogenannte monofokale Intraokularlinsen oder "Einstärkenlinsen". Diese Linsen ermöglichen, bei entsprechender Berechnung, Sehfehler, wie zum Beispiel stärkere Kurz- oder Weitsichtigkeit, gut zu korrigieren. So können die meisten Patienten nach der Operation gut in die Nähe oder die Ferne sehen.

Diese monofokalen Linsen bieten jedoch nicht die Möglichkeit, dass der Patient gleichzeitig in der Ferne und der Nähe scharf sieht. Viele wünschen sich bspw., dass sie ohne Lesebrille lesen können und trotzdem in der Ferne gut sehen. Hier bieten sogenannte multifokale Intraokularlinsen eine Lösung. Diese Linsen sind seit einigen Jahren im Gebrauch und haben sich in den letzten Jahren ständig weiterentwickelt und verbessert.

Inzwischen gibt es auch Modelle, mit denen man dem Patienten sowohl für die Nähe als auch für die Ferne und in gewissem Ausmaß auch im Zwischenbereich ein gutes Sehvermögen gewährleisten kann. Hierbei ist es umso wichtiger, dass die Operationsplanung - insbesondere die Berechnung der Linse - sehr präzise und akkurat durchgeführt wird. Auf diese Weise haben Patienten die beste Gewähr, dass sie ein optimales Ergebnis bekommen und hinterher gut damit zurechtkommen.

Neben den bereits genannten, bieten viele Augenärzte noch weitere Premiumlinsen an. Dazu gehören die sogenannten torischen Intraokularlinsen. Diese können Hornhautverkrümmungen ausgleichen. Auch hier ist es besonders wichtig, dass die Planung korrekt durchgeführt wird.

Expertenmeinung

"Eine gute Alternative zu multifokalen Linsen sind aus meiner Sicht die asphärischen Intraokularlinsen. Asphärische Intraokularlinsen sind monofokale Linsen, also eigentlich Einstärkenlinsen, die aber ein Schliffprofil haben, das einer menschlichen Linse sehr ähnelt. Durch dieses spezielle Schliffprofil erlauben sie eine verbesserte Kontrastschärfe und ein besseres Kontrast- und Nachtsehen. Sie helfen dadurch auch in der Nähe ein bisschen besser zu sehen als mit einer rein monofokalen Linse. Deshalb bietet sie eine sehr gute Alternative zur Standard-Intraokularlinse."

  

Was unterscheidet Premiumlinsen von Standardlinsen?

Premium Intraokularlinsen bieten einige optische Funktionalitäten, die bei Standardlinsen nicht möglich sind. Es gibt verschiedene Premiumlinsen, die unterschiedliche Funktionalitäten unterstützen.

Viele Patienten möchten beispielsweise nach der Operation in der Ferne als auch in der Nähe wieder scharf sehen können. Dies ist mit der Standardlinse nicht möglich, jedoch mit einer Premiumlinse. Weitere Beispiele für zusätzliche Funktionalitäten der Linse sind vor allem für Patienten mit starker Hornhautverkrümmung, bei Problemen mit dem Sehen in der Nacht bzw. Dämmerung oder auch beim Wunsch nach besserem Schutz der Netzhaut interessant.

Die Entscheidung für eine Linse sollte der Augenarzt immer zusammen mit dem Patienten treffen. Bei der augenärztlichen Beratung ist es besonders wichtig, dass die individuellen Wünsche des Patienten genau erörtert und in die Planung der Operation mit einbezogen werden. Ziel des Augenarztes ist es, herauszufinden was sich der Patient wünscht und nicht zuletzt auch welche Linse den besten Kosten-Nutzen-Faktor für den Patienten darstellt.

Expertenmeinung

"Die Patienten sind heute in der Regel sehr gut informiert, was in diesem Zusammenhang nur von Vorteil ist. Es gibt Situationen, in denen einzelne Linsentypen, über die sich der Patient schon informiert hat, gut geeignet sind. Es gibt aber auch manchmal Situationen, in denen die primär vom Patienten getroffene Wahl nicht zum optimalen Ergebnis führen würde. Dann sollte man dem Augenarzt das nötige Vertrauen entgegenbringen und sich bei der Auswahl der Linse durch die Vorschläge des Augenarztes beraten lassen."

 

Grundsätzlich sollten Augenärzte versuchen die Intraokularlinse für den Patienten auszusuchen, mit der er das bestmögliche Sehen erreicht. Ob der Patient zusätzliche Eigenschaften wünscht, bleibt ihm grundsätzlich immer selbst überlassen.

Werden alle Kunstlinsen von der Krankenkasse finanziert?

Die deutschen gesetzlichen Krankenversicherungen erstatten lediglich die Kosten einer monofokalen Intraokularlinse, die bereits ein gutes Sehen nach der Katarakt OP ermöglicht. Wenn Wer sich für eine Premiumlinse entscheidet, muss die Differenz zur Standardlinse selbst bezahlen.

Macht das Einsetzen einer Kunstlinse die Brille nach der Katarakt OP überflüssig?

Dank der heute sehr weit entwickelten Planungs- und Berechnungsmöglickeiten der Kunstlinsen sowie der verfeinerten Operationstechniken kann den meisten Patienten zumindest für die Fernsicht eine Brillenfreiheit in Aussicht gestellt werden. Liegen allerdings komplizierte Sehfehler oder Erkrankungen des Auges vor, wird der komplette Verzicht auf eine Brille nicht möglich sein.

Woran erkennt man einen seriösen Augenarzt, wenn es um die Wahl der Linsen geht?

Der Patient sollte sich sicher sein, dass für den Augenarzt das gute Sehen an erster Stelle steht. Wenn einem von Beginn an die teuerste Linse als die beste Linse dargeboten wird, sollte man kritisch sein. Wie oben beschrieben lassen sich auch mit den von allen Krankenkassen erstatteten Standardlinsen in der Regel gute Ergebnisse erzielen. Wichtig ist, dass der Augenarzt den Patienten genau untersucht und mit ihm die Vor- und Nachteile einzelner Linsen erörtert. Erst auf dieser Basis kann eine geeignete Entscheidung getroffen werden.

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Kosten Grauer Star OP

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen derzeit die Kosten für eine ambulante Operation des Grauen Stars, bei welcher so genannte Standard-Linsen in das oder die betroffenen Augen eingesetzt werden.

Sollte sich der Patient für individuell an die Bedürfnisse anpassbare Premium-Linsen (bspw. Multifokallinsen) entscheiden, ist je nach Arzt und Ausführung der Premium-Linsen mit einer Eigenbeteiligung zwischen 1.000 bis 2.000 Euro pro Auge zu rechnen. Gemäß einer Regelung des Bundestages vom 1. Januar 2012 sind die gesetzlichen Krankenkassen in solch einem Fall lediglich zur Übernahme des Kostenanteil für die Implantation von Standard-Linsen verpflichtet.

Unabhängig von der Wahl der Linsen kommen bei einer Operation des Grauen Star auf den Patienten Kosten in Höhe von 60 bis 100 Euro für die Vermessung des Auges zu.

Welche Linsen werden von der Krankenkasse bezahlt?

Nach aktuellem Stand übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen ausschließlich die Kosten für Monofokallinsen. Diese sogenannten Standard-Linsen kommen seit vielen Jahren in der Behandlung von Grauem Star zum Einsatz, und bieten den meisten Patienten nach der Operation eine deutlich verbesserte Sehfähigkeit.

Jedoch ist es bei Verwendung einer Standardlinse möglich, dass für eine optimale Sehfähigkeit eine Brille oder eventuell auch Kontaktlinsen benötigt werden. Auch zur Korrektur von stärkeren Hornhautverkrümmungen sind Standard-Linsen meist nicht geeignet.

Aus diesen Gründen wurden in den letzten Jahren vermehrt individuell anpassbare Premium-Linsen (asphärische, torische Linsen und Multifokallinsen), entwickelt, die zu einem im Vergleich zu einer Standard-Linse, weiter optimierten Sehen und damit einer größeren Brillenfreiheit führen können.

Die Kosten für solche Premium-Linsen trägt die Kasse in der Regel derzeit nicht. Hierbei handelt es sich um verschiedene Linsentypen mit verbesserten Sichteigenschaften, mit denen unterschiedliche Sehschwächen ausgeglichen und Hornhautverkrümmungen korrigiert werden können.

Beim Einsatz von Premium-Linsen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen lediglich den Kostenanteil, der auch für Standard-Linsen anfallen würde. Da es sich bei diesen Premium-Linsen teils um sehr aufwändig gearbeitet High-Tech-Implantate handelt, muss je nach Art der Linsen mit einer Eigenbeteiligung gerechnet werden, die je nach Modell und dem Aufwand für die Berechnung der Linsen im Bereich von ca. 150 bis zu etwa 2.000 EUR pro Auge gerechnet werden.

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Grauer Star OP - Wie finde ich den richtigen Augenarzt?

Bei einem chirurgischen Eingriff im Bereich der Augen - wie bspw. der OP des Grauen Stars - handelt es sich um millimetergenaue Feinstarbeit, die viel Erfahrung und Geschick sowie modernste Technik benötigt. Deshalb sollte jeder Patient die Auswahl des operierenden Arzt nicht leichtfertig, sondern mit Bedacht wählen und auf gewissen Merkmale achten.

Welche Qualifikationen muss ein Augenarzt vorweisen können, um die Operation des Grauen Stars durchführen zu können?

Für die erfolgreiche Durchführung der Grauen-Star-Operation ist es wichtig, dass der Operateur ausreichend Erfahrung im Bereich dieser Chirurgie hat. Das heißt zunächst, dass er die Operation oft genug durchgeführt hat und ein breites Spektrum im Bereich der Katarakt-Chirurgie abdeckt. Zudem sollte er sich mit den unterschiedlichen Linsentypen sowie OP-Techniken bestens auskennt. Nur dann kann der Augenarzt in jeder Situation die optimale Operationstechnik für das Auge anbieten.

Daneben ist es sehr wichtig, dass das persönliche Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient stimmt. Auch Empfehlungen von Freunden oder Bekannten, die mit ihrem Ergebnis der Katarakt OP zufrieden sind, können Hinweis darauf sein, dass sich der Patient in guten Händen befindet.

Auch Risiken müssen vor einer Grauen Star OP geklärt werden

Es ist wichtig, dass während des Aufklärungs- und Informationsgesprächs sämtliche Punkte angesprochen werden. So müssen neben dem Nutzen auch mögliche Risiken der Katarakt OP vom Augenarzt aufgezeigt werden. Der Patient muss zudem ausreichend darüber informiert werden, welche Schritte bei der Operation erfolgen. Wenn der Patient vor der Operation gut informiert ist, ist in der Regel auch die Atmosphäre für die Durchführung der Operation angenehmer.

Die medizinischen Aspekte sollten bei dem Aufklärungsgespräch im Vordergrund stehen, gleich gefolgt von den Wünschen, die der Patient im Hinblick auf die Operation hat. Kommerzielle Aspekte sollten klar in den Hintergrund rücken. Dennoch ist es natürlich wichtig, dass der Patient erfährt, ob und wenn ja, welche Kosten auf ihn zukommen.

Welche Möglichkeiten haben Patienten, die mit der Behandlung des Augenarztes nicht zufrieden sind?

Sollte ein Patient mit dem Behandlungsergebnis unzufrieden sein, ist es wichtig, dass die Beschwerden und Sorgen des Patienten ernst genommen werden. Hier empfiehlt es sich einen weiteren Augenarzt für eine Zweitmeinung einzuholen. Dieser muss genau überprüfen, wo die Probleme liegen.

Häufig stimmen die Erwartungen des Patienten vor der Operation nicht mit dem Operationsziel überein. Gerade ältere Patienten weisen zusätzlich andere Erkrankungen auf, die das Sehen ebenfalls beeinflussen können. In solch einem Fall muss mit dem Patienten besprochen werden, welche Verbesserungen überhaupt ermöglicht werden können. Auf Basis dieser Abwägungen muss der Augenarzt gemeinsam mit dem Patienten entscheiden, ob eine Katarakt Operation oder ein Zweit-OP sinnvoll ist.

Gibt es für Kunstlinsen Qualitätsmerkmale, an die sich Patienten orientieren können?

Wir sind in Deutschland in der glücklichen Situation, dass auch die gesetzlichen Krankenkassen hochwertige Linsen erstatten.

In Deutschland unterliegen alle Katarakt-Operateure i.d.R. einer Qualitätssicherung. Hierbei wird in regelmäßigen Abständen überprüft, ob die verwendeten Materialien den geltenden Standards entsprechen, sodass Patienten in Deutschland keine Sorge vor minderwertigen Intraokularlinsen haben müssen - auch als Kassenpatient nicht.

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Videos zur Behandlung des Grauen Stars / der Linsentrübung

In diesem Video wird die Operation Grauer Star, Kataraktoperation, als Computer Animation dargestellt und erklärt.



Die Katarakt-Operation ist die häufigste Operation. Traditionell werden zunächst die Zugänge in das Augeninnere mit Messern angelegt. Anschließend erfolgt die Eröffnung der Kapsel, in der sich die getrübte Linse befindet, mit einer Pinzette oder Kanüle von Hand. Mehr dazu in diesem Video.

Video Katarakt Operation

Die licht-adjustierbare Linse (LAL) bietet im Gegensatz zu anderen Linsen, die oftmals bei Operationen des Grauen Stars (Katarakt) eingesetzt werden die Möglichkeit, noch nach der Operation durch Licht feinjustiert zu werden. Mehr dazu in diesem Video.



In diesem Video wird die typische Operation des Grauen Stars gezeigt.



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Häufige Fragen zum Grauen Star

Wer ist besonders gefährdet, an Grauem Star zu erkranken?

In der Regel tritt der Graue Star in fortgeschrittenem Lebensalter auf, allerdings sind in etwa zehn Prozent der Fälle auch jüngere Patienten betroffen. Die Ursachen für eine Katarakt / Linsentrübung sind sehr vielfältig und reichen von Diabetes, über den Umgang mit sehr heißen Materialien (Infrarotstrahlung) bis hin zu Infektionen oder erblichen Faktoren.

Wie kann ich der Entstehung des Grauen Stars vorbeugen?

Wichtig für die Vorbeugung des Grauen Stars sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt. Da sich die Krankheit in den meisten Fällen schleichend entwickelt, nehmen Betroffene erste Anzeichen oft nicht wahr.

Leider gibt es keine Möglichkeit, dem Grauen Star mit gesunder Ernährung oder Medikamenten vorzubeugen.

Woran erkenne ich, dass ich an Grauem Star erkrankt bin?

Typische Symptome für den Grauen Star sind eine Verminderung der Sehqualität, schlechteres Sehen in kontrastarmer Umgebung, ein Verblassen der Farben und verschwommenes Sehen, als verschleiere ein vor den Augen befindlicher Gegenstand die Sicht. Bei solchen Symptomen sollte in kürzester Zeit ein Augenarzt aufgesucht werden.

Welche Risiken bestehen beim Einsatz einer Kunstlinse?

Infolge der Operation kann es zu bakteriellen Infektionen im Bereich der Augen kommen. Ein Zerreißen der hinteren Kapsel kann Folgebeschwerden wie Netzhautentzündung oder Netzhautablösung hervorrufen. Bei Patienten mit Abwehrschwächen, Diabetes Mellitus oder Neurodermitis ist die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen etwas vergrößert. Im Fall einer Vorerkrankung ist deshalb bei der operativen Behandlung einer Katarakt besondere Vorsicht geboten.

Gibt es Alternativen zum Einsatz von künstlichen Linsen?

Die einzige Behandlungsoption des Grauen Stars besteht zurzeit im Einsatz künstlicher Linsen. Zum Teil werden um Trübungen im Auge zu vermeiden so genannte “Antikataraktika” verschrieben, deren Wirksamkeit allerdings bisher nicht nachgewiesen wurde.

Kann auf Wunsch auch eine Vollnarkose, statt einer örtlichen Betäubung, angewandt werden (bspw. bei Angstpatienten)?

Frage beantwortet von: Augenarzt in MünchenProf. Dr. med. habil. Marcus Kernt
Augenarzt in München

In den meisten Fällen ist eine Vollnarkose nicht notwendig. Die Operation stellt einen kleinen minimalinvasiven Eingriff dar, der bei einem routinierten Katarakt-Chirurgen lediglich zwischen 10 und 15 Minuten dauert. Mit der lokalen Betäubung ist die Behandlung völlig schmerzfrei, deswegen ist eine Vollnarkose nicht unbedingt notwendig. Es gibt natürlich immer Ausnahmefälle. Patienten, die große Angst vor einer solchen Operation haben und die sich deshalb keiner Lokalanästhesie unterziehen möchten, sind hierfür ein sehr gutes Beispiel und zählen auch klar zu diesen Ausnahmen. Das muss genau mit dem Patienten besprochen werden.

Wenn die Indikation gegeben ist, kann im Ausnahmefall auch eine Vollnarkose in Frage kommen. Oft kann man aber auch durch die genaue Aufklärung und das individuelle Gespräch vor der Operation den Patienten die Angst nehmen, sodass dann oft schon ein leichtes Beruhigungsmittel ausreicht, um den Patienten eine angstfreie Operation zu ermöglichen. Die körperliche Belastung, die eine Vollnarkose unter Umständen darstellt, kann so auch umgangen werden.

Können beide Augen gleichzeitig operiert werden?

In der Regel werden nicht beide Augen gleichzeitig operiert, da häufig das eine Auge stärker betroffen ist als das andere. Das schlechter sehende Auge wird dann zuerst operiert. Nach einer Wartezeit von wenigen Wochen folgt dann der Einsatz einer Kunstlinse in dem anderen Auge.

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Frage beantwortet von: Augenarzt in MünchenProf. Dr. med. habil. Marcus Kernt
Augenarzt in München

Die ersten Tage nach der Operation sollte man vorsichtig mit dem Auge umgehen. Zudem ist die Beachtung der postoperativen Behandlungsempfehlung des Augenarztes wichtig.

In der Regel werden Augentropfen und/oder eine Augensalbe verschrieben. In der ersten Woche sind diese häufiger anzuwenden, mit der Zeit werden die Anwendungen weniger. Das Auge kann am Tag der Operation auch sensibler auf Staub, Kälte oder Rauch reagieren.

Auch leichte Rötungen sind möglich. Theoretisch kann man aber schon am selben Tag, zum Beispiel ins Restaurant gehen. Generell sollte man, wie nach jedem Eingriff, auf seinen Körper hören und sich ein wenig schonen. Normalerweise haben die Patienten nach der Operation keine Schmerzen und neben den grundsätzlichen Vorsichtsmaßnahmen, die nach jeder OP gelten, gibt es vom Auge her aber prinzipiell keine Einschränkungen.

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Grauer Star OP

Wurde eine Katarakt diagnostiziert, ist ein chirurgischer Eingriff notwendig, bei dem die eingetrübte Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt wird.

Diese Operation wird in Deutschland jährlich bei ungefähr 650.000 Menschen durchgeführt und ist allgemein als sehr sicher und risikoarm anerkannt. Moderne Operationsverfahren und Kunstlinsen haben darüber hinaus die Wahrscheinlichkeit eines so genannten Nachstars, einer früher häufig auftretenden Komplikation, drastisch gesenkt. “Auch die Folgen dieser nach einer OP selten vorkommenden Trübung der Hinterkapsel können mit Hilfe moderner Lasermedizin sehr gut behandelt werden”, betont Prof. Dr. med. Andreas Frohn, Augenlaserspezialist aus Siegen.

Ablauf der Katarakt OP

  1. Vorgespräch und Anästhesie

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    Die Operation beim Grauen Star ist in der Regel ein kurzer ambulanter Eingriff, der unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird. In einem ersten Beratungsgespräch klärt der behandelnde Arzt alle Details des Eingriffs mit dem Patienten ab. Hierbei geht es auch darum, einen geeigneten Termin für die Katarakt-OP festzulegen, sodass die Einschränkungen im Alltag für den Patienten möglichst gering gehalten werden.

  2. Öffnung der Hornhaut und Auflösung der Linse

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    Der Eingriff selbst dauert nur etwa 20 Minuten. Es handelt sich dabei um einen mikrochirurgischen Eingriff, das bedeutet, die Operation wird mit einem Mikroskop durchgeführt. Ziel des Eingriffs ist es, die getrübte Linse gegen eine künstliche Linse auszutauschen und so die Sehkraft wiederherzustellen. Die neue Linse verbleibt ein Leben lang im Auge.

    Zu Beginn der Operation wird das Auge lokal betäubt. Dazu erhält der Patient Augentropfen oder gegebenenfalls auch eine Injektion verabreicht. Der Operateur setzt nun einen wenige Millimeter großen Schnitt in die Hornhaut. Durch diese Öffnung werden Kern und Rinde der getrübten Linse mithilfe von Ultraschall oder Laserstrahlen aufgelöst. Die dabei entstandene Flüssigkeit saugt der Operateur aus dem Auge ab.

  3. Einsatz der Kunstlinse

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    Anschließend kann die neue Kunstlinse ins Auge eingesetzt werden. Diese ist zunächst noch zusammengeklappt oder gefaltet, sodass sie durch den sehr kleinen vorhandenen Schnitt ins Auge eingebracht werden kann. Erst im Auge entfaltet sich die Linse und nimmt ihre endgültige Form an. Die Kunstlinse verfügt über feine Haltebügel, mit denen sie im verbliebenen Kapselsack verankert wird.

    In Einzelfällen kommen auch andere Verfahren zur Anwendung, beispielsweise die Verwendung einer nicht faltbaren Linse, für die ein etwas größerer Schnitt erforderlich ist. Wenn die Linse und deren Halteapparat bei einer fortgeschrittenen Katarakt bereits stark geschädigt sind, kann die getrübte Linse auch im Ganzen entfernt werden. Diese OP-Technik schont die Hornhaut. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Kunstlinse direkt hinter der Pupille fest einzupflanzen und dort zu verankern oder diese als Vorderkammerlinse vor der Pupille einzubringen. Ein solcher Eingriff kommt beispielsweise dann infrage, wenn das Kapselbett nicht mehr vorhanden ist oder der Kapselsack in dem die natürliche Linse ursprünglich saß, größere Beschädigungen aufweist.

  4. Abschluss der OP

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    Der kleine Schnitt in der Hornhaut muss in der Regel nicht vernäht oder auf andere Weise verschlossen werden, sondern ist direkt nach der Operation dicht und heilt dann von selbst ab. Das operierte Auge wird in der Regel nach dem Eingriff mit einem Salbenverband abgedeckt. Nach der Operation kann der Patient in aller Regel die Klinik bereits verlassen.


Abb.: Katarakt OP

Vereinfachte Darstellung einer OP des Grauen Stars (zum Vergrößern klicken)

Werden beide Augen in einer Sitzung behandelt?

Bei einem Großteil der Katarakt-Patienten sind beide Augen von der Erkrankung betroffen. Es wird normalerweise aber in den allermeisten Fällen erstmal nur ein Auge operiert, und zwar in der Regel zunächst das am stärksten getrübte Auge. Der zweite Eingriff erfolgt dann meist nach wenigen Tagen oder Wochen, da man mögliche Komplikationen infolge des ersten Eingriffs ausschließen und eventuell aus dem ersten Eingriff gewonnenen Erkenntnisse berücksichtigt werden können. Grundsätzlich ist eine zweite Operation aber bereits nach wenigen Tagen möglich.

Welche OP-Möglichkeiten gibt es?

Bei der Katarakt-OP wird hauptsächlich unterschieden zwischen einer extrakapsulären Operation und einer intrakapsulären Operation. Bei einem extrakapsulären Eingriff wird nur die Linse im Inneren des natürlichen Linsensackes entfernt, die Kapselwand bleibt bestehen. Auf diese Weise behält das Auge seine natürliche Barriere, die den hinteren und vorderen Augenabschnitt trennt. Bei einer intrakapsulären Operation hingegen wird die vollständige Linse mitsamt ihrer Kapsel entfernt. Diese Methode wird heute aber nur noch selten angewendet und meist nur bei sehr fortgeschrittenem Grauen Star oder wenn der Halteapparat der Linse instabil ist.

In den meisten Fällen entscheidet sich der Operateur für eine extrakapsuläre Operation. Hierbei wird die Linse zerkleinert oder im Ganzen aus der Kapsel entnommen. Ziel dieses Eingriffs ist es, den natürlichen Kapselsack mit der Kapselwand und damit auch die "Halterung" der Linse zu erhalten. Die Kunstlinse kann anschließend in den intakt gebliebene Kapselsack eingesetzt werden.

Wird die getrübte Linse zerkleinert und abgesaugt, so spricht man von einer Phakoemulsifikation. Das Zerkleinern erfolgt bei dieser OP-Technik mithilfe von Ultraschall oder mit einem Femtosekunden-Laser. Die Ultraschall-Behandlung ist seit langem fest etabliert und führt in den meisten Fällen zu einem sehr guten Operationsergebnis. Es gibt aber bestimmte Situationen in welchen die sehr moderne Femto-Katarakt Operation mittlerweile Vorteile bietet, weil hier mit computergestützter Präzision die Linsenkapsel eröffnet und die Linse zerkleinert werden kann. Der Femtosekunden-Laser arbeitet dabei automatisch und sehr genau. Dadurch wird verhindert, dass sich die Linse durch einen unpräzisen Schnitt verschieben kann. Allerdings kommt diese Behandlungsmethode nicht für jeden Patienten infrage, da insbesonders bei starken Linsentrübungen der Laser nicht immer optimal in das Gewebe eindringen kann und bei einem weit fortgeschrittenen Grauen Star kann der Linsenkern unter Umständen zu hart für eine Laserbehandlung sein.

Seltener wird die getrübte Linse im Ganzen entfernt. Diese OP-Methode erfordert einen größeren Schnitt, kann jedoch bei einer fortgeschrittenen Katarakt infrage kommen, da sie dann gegeben falls schonender für die Hornhaut sein kann. In fortgeschrittenem Stadium hat der Graue Star manchmal auch die Linsenkapseln geschädigt, sodass auch eine Entfernung der ganzen Linse mit Kapsel notwendig sein kann.

Grauer Star OP: Unterschiede zwischen Ultraschall und Femtosekundenlaser

Die Ultraschalltechnik (Phakoemulsifikationstechnik) ist als Standard nach wie vor eine sehr gute, bewährte und präzise Technik. Der Femtosekundenlaser hat vor allem den Vorteil, dass sehr präzise operiert und höchst filigran vorausgeplante Schnitte und Veränderungen im Auge vorgenommen werden können. Hierdurch kann der Operateur sehr genau arbeiten, bspw. bei der Eröffnung der Linsenkapsel, in die die Linse eingesetzt wird. Aber auch bei den Zugängen ins Auge kann mit dem Computer vorausgeplant werden. Dadurch entsteht eine sehr präzise Schnittführung.

Es hat sich zudem als günstig erwiesen, besonders bei der Verwendung von Premiumlinsen, die Linsenimplantate optimal zentriert ins Auge einzupassen und dadurch das Sehen weiter zu verbessern, was mithilfe der Femtosekundenlaser-assistierten OP Technik in bestimmten Fällen deutlich erleichtert wird.

Expertenmeinung zum Femtosekundenlaser

"Insbesondere vom theoretischen Ansatz her ist der Femtosekundenlaser etwas ganz Hervorragendes und etwas, das in der Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Auch heute sind die Ergebnisse mit dem Femtosekundenlaser sehr gut und deshalb insbesondere für den anspruchsvollen Patienten zu empfehlen.

Es gibt bestimmte Situationen, in denen der Femtosekundenlaser heutzutage noch nicht so viel eingesetzt wird. Insbesondere dann, wenn z.B. die Linse sehr, sehr trüb ist. Da kann der Femtosekundenlaser oft nicht optimal schneiden. Aber der Vorteil des Femtosekundenlasers ist sicherlich die hohe Präzision und die spielt eine erhebliche Rolle beim späteren Ergebnis."

 

Nachsorge nach der OP

Nach dem Eingriff erhält der Patient meist einen Salbenverband, der in der Regel bis zum folgenden Tag auf dem Auge verbleiben muss. Während der ersten Wochen sind regelmäßig antibiotische und entzündungshemmende Augentropfen zu verwenden. Bis zur vollständigen Heilung sollten beim Duschen und Waschen darauf geachtet werden, dass nicht zuviel Wasser und möglichst keine Seife ins Auge gelangt. Auch schwere körperliche Tätigkeiten, Schwimmen und Saunabesuche sind zunächst noch nicht möglich. Außerdem sollte der Patient es vermeiden, am operierten Auge zu reiben oder zu drücken. Das Auge wird vom behandelnden Augenarzt in regelmäßigen Abständen kontrolliert. 

Bereits am Tag nach dem Eingriff ist die Sicht klarer und steigt in den folgenden Tagen immer weiter an. Nach etwa 6 bis 8 Wochen ist die Heilung vollständig abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt hat sich das Auge an die neue Linse gewöhnt. Gegebenenfalls kann dann eine neue Brille, zum Beispiel zum Lesen, angepasst werden, wenn bereits beide Augen operiert wurden. Bei älteren Patienten dauert die Stabilisierungsphase tendenziell länger.

Was ist der Nachstar?

Bei etwa 20 bis 30 Prozent der operierten Patienten bildet sich nach der Katarakt-OP ein sogenannter “Nachstar”. Hierbei kommt es zu einer Trübung im hinteren Bereich der verbliebenen Linsenkapsel. Diese Trübung lässt sich im Rahmen eines ambulanten, unkomplizierten Laser-Eingriffs, der nicht im Operationssaal, sondern in der Praxis durchgeführt wird, in der Regel rasch entfernen. Die Behandlung erfolgt dabei ohne, dass nochmals in das Auge eingegangen werden muss, von Außen mittels moderner Laserverfahren.

Ein Nachstar kann innerhalb von Monaten oder Jahren nach der Katarakt-OP auftreten. Er ist bei jungen Patienten tendenziell häufiger und stärker ausgeprägt als bei älteren Menschen.

Ihre Experten für Grauer Star

 

 

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Experte für Grauer Star OP in Siegen

Prof. Dr. med. Andreas Frohn

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57076 Siegen

Experte für Grauer Star OP in München

Prof. Dr. med. habil. Marcus Kernt

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Prof. Dr. med. habil. Marcus Kernt

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Dr. med. Stefan Schüller

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