Frau mit Sodbrennen fasst sich an den Hals

Sodbrennen (Magenbrennen)

Sodbrennen kann als akuter Schmerz auftreten, beispielsweise nach einer üppigen Mahlzeit. Viele Menschen leiden jedoch unter chronischem Sodbrennen, das mit weiteren Beschwerden einhergeht.

 
ÜBERSICHT
Ursachen u.a. Refluxkrankheit, Medikamente, versch. Erkrankungen, ungesunde Lebensgewohnheiten, Speiseröhrenentzündung, Schwangerschaft
Symptome brennendes Gefühl in der Speiseröhre, Mundgeruch, unangenehmer Geschmack im Mund, verstärkte Heiserkeit u. Reizhusten
Diagnose Magenspiegelung, Langzeit-Säuremessung, Speiseröhrendruckmessung, Röntgenaufnahmen
Therapie u.a. Medikamente (z.B. Antazida), Ernährungsumstellung, mehr Bewegung, Chirurgischer Eingriff

Die wichtigsten Informationen über Sodbrennen

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Sodbrennen ist ein weitverbreitetes Alltagsleiden, mit dem fast jeder Erwachsene schon einmal Erfahrung gemacht hat. Bei vielen bleibt es jedoch nicht bei einmaligen Beschwerden. Rund ein Drittel der Deutschen leidet gelegentlich oder regelmäßig an Sodbrennen. Wenn der brennende Schmerz in der Brust häufiger auftritt, ist er entgegen der allgemeinen Annahme nicht immer harmlos und muss gegebenenfalls medizinisch behandelt werden.

Sodbrennen kann als akuter Schmerz auftreten, beispielsweise nach einer üppigen Mahlzeit oder exzessivem Alkoholgenuss. Viele Menschen leiden jedoch unter chronischem Sodbrennen, das unter Umständen noch mit weiteren Beschwerden einhergeht. In diesem Fall ist der Schmerz ein Anzeichen dafür, dass ihm eine andere Erkrankung zugrunde liegt. Häufigste Ursache für chronisches Sodbrennen ist die Refluxkrankheit, oft verbunden mit einer Funktionsstörung der Speiseröhre.

Im Folgenden bieten wir Ihnen Informationen zum Thema Sodbrennen sowie dessen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist Sodbrennen?

Sodbrennen wird von vielen Menschen auch als „saures Aufstoßen" beschrieben. Tatsächlich gelangen Speisebrei und Magensäure in die Speiseröhre, wobei säurebedingt brennende Schmerzen entstehen können. Oft werden begleitend Aufstoßen und ein Druckgefühl im Oberbauch angegeben.

Sodbrennen entsteht, wenn der Schließmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre aus verschiedenen Gründen nicht ausreichend funktioniert. Beim normalen Verdauungsvorgang durchläuft der zerkaute Speisebrei den Rachen und die Speiseröhre und gelangt von dort in den Magen. Hier wird der Speisebrei von der Magensäure zersetzt, einer Salzsäure, die von den Belegzellen produziert wird und für wichtige Verdauungsprozesse verantwortlich ist. Der Magen selbst ist durch die Magenschleimhaut gegen die aggressive Säure geschützt.

Zwischen Magen und Speiseröhre befindet sich ein Schließmuskel, der Ösophagus-Sphinkter. Dieser Muskel ist dafür verantwortlich, dass der Speisebrei nicht in die Speiseröhre zurückfließen kann. Auch die Speiseröhre (Ösophagus) ist im Prinzip nichts anderes als ein Muskelschlauch, der den zerkauten Speisebrei durch Kontraktionen (Zusammenziehen) aktiv in Richtung Magen befördert.

Beim Sodbrennen ist häufig die Funktion des Schließmuskels gestört. Dadurch kann der Mageninhalt ungehindert in die Speiseröhre zurückfließen. Der medizinische Fachbegriff für einen solchen Rückfluss lautet „Reflux”. Die Speiseröhre wird durch die Magensäure gereizt, da sie nicht wie die Magenwand über einen Schutzmechanismus verfügt. Es kommt zu den bekannten Beschwerden, wie saures Aufstoßen, Brennen oder Druckempfinden.

Die Ursache für einen solchen Reflux kann neben einer Funktionsstörung des Schließmuskels auch eine erhöhte Produktion an Magensäure oder eine Abflussbehinderung am Magenausgang sein. Der Schließmuskel kann dem Druck der zurückfließenden Mageninhalte dadurch nicht mehr standhalten. In seltenen Fällen sind auch die Muskeln in der Speiseröhre erschlafft und können den Speisebrei nicht mehr wie gewohnt zum Magen transportieren.

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Sodbrennen Symptome: Welche Beschwerden gehen mit Sodbrennen einher?

Der Begriff "Sodbrennen" beschreibt bereits ein sehr typisches Empfinden, nämlich das Brennen in der Speiseröhre, das durch den "siedenden" Mageninhalt ausgelöst wird. Ursache für diesen brennenden Schmerz hinter dem Brustbein ist die aufsteigende Magensäure. Gelegentlich steigt der Mageninhalt bis in den Rachen auf und kann sogar halb verdaute Speisen zurückfließen lassen. In der Folge entsteht häufig Mundgeruch oder ein unangenehmer Geschmack im Mund. Betroffene verspüren den Rückfluss insbesondere beim Bücken oder beim Tragen enger Kleidung.

Je nachdem, welche Ursache dem Sodbrennen zugrunde liegt, kann das Drücken und Brennen auch völlig unabhängig von der Nahrungsaufnahme auftreten. Einige Menschen wiederum leiden besonders bei Stress unter dem Rückfluss. Gelegentlich verursacht Sodbrennen auch gar keines dieser typischen Symptome, sondern äußert sich lediglich durch verstärkte Heiserkeit und Reizhusten. Das ist dann der Fall, wenn Rachen und Stimmbänder von der Magensäure gereizt sind. Derartige Symptome werden häufig als Asthma verkannt.

Wichtig:

Ein Herzinfarkt kann sich durch ähnliche Symptome wie Sodbrennen äußern. Bei Beklemmungsgefühlen, drückenden oder brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein sollte daher immer auch diese Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Das gilt insbesondere, wenn der Schmerz in den linken Brustbereich oder in den linken Arm ausstrahlt. Auch plötzliche Atemnot, Schwindel oder Übelkeit können auf einen Herzinfarkt hindeuten.

 

Mögliche Symptome von Sodbrennen auf einen Blick:

Typische Symptome des Sodbrennens:

  • Brennender, dumpfer Schmerz hinterm Brustbein
  • Saures Aufstoßen
  • Magenbeschwerden (Druckgefühl, Magendruck, Schmerzen, Völlegefühl)

Seltenere Symptome bei Sodbrennen:

  • Husten
  • Heiserkeit (vor allem morgens)
  • Astham
  • Zahnschäden

 

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Welche Ursachen kann Sodbrennen haben?

Die Ursachen für Sodbrennen sind vielfältig. So können sowohl chronische Erkrankungen, Medikamente als auch krankheitsfördernde Lebensgewohnheiten die Symptome provozieren. 

Erschwert wird die Diagnose dadurch, dass bei Sodbrennen häufig eine komplexe Wechselwirkung aus Ursachen, auslösender Erkrankung und möglichen Folgeerkrankungen besteht. So liegen den Beschwerden gelegentlich auch Krankheiten zugrunde, die nicht auf den ersten Blick mit Sodbrennen in Zusammenhang gebracht werden.

Für Betroffene ist es jedoch wichtig zu wissen, dass den Symptomen keine wirkliche organische Erkrankung zu Grunde liegt, daher lassen sich die Beschwerden durch Medikamente oder eine Ernährungsumstellung meist relativ schnell lindern.

Refluxkrankheit

Sodbrennen stellt das zentrale Symptom einer Refluxkrankheit dar. Grund für einen solchen krankhaft gesteigerten Rückfluss ist eine Dysfunktion des Schließmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre. Der hier lokalisierte Muskel weist eine eingeschränkte Funktion auf und kann daher keinen ausreichenden Verschluss bieten. Als ursächlich für eine solche Fehlfunktion findet sich häufig ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie).

Eine Refluxkrankheit kann unterschiedliche Ursachen haben. Ein Rückfluss entsteht beispielsweise dann, wenn der Schließmuskel am Mageneingang erschlafft ist oder die Muskulatur der Speiseröhre ihre Funktion nicht ordnungsgemäß wahrnehmen kann. In einigen Fällen ist die Speiseröhre auch verengt oder weist eine krankhafte Veränderung auf, sodass der Nahrungsbrei die Speiseröhre nicht ungehindert passieren kann. Auch eine verstärkte Produktion von Magensäure (produziert in den Belegzellen des Magens) oder eine andere Fehlfunktion des Magens kommen als Auslöser für den Rückfluss infrage.

Solche Fehlfunktionen können von Natur aus bestehen, werden aber in der Regel verursacht durch Medikamente, eine Erkrankung oder durch ungesunde Lebensgewohnheiten. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass bei Sodbrennen infolge einer Refluxkrankheit immer auch die ursächliche Erkrankung berücksichtigt werden muss. Die Refluxkrankheit ist also ihrerseits oftmals ein Symptom für ein weiteres, ihr zugrunde liegendes Problem.

Regelmäßiges Sodbrennen ist das wichtigste Anzeichen für eine Refluxkrankheit. Darüber hinaus berücksichtigt der Arzt bei der Diagnose weitere Symptome wie etwa Schluckbeschwerden, angegriffener Zahnschmelz oder ein unangenehmer Geschmack im Mund. Bisweilen sind auch Reizhusten, Heiserkeit und eine belegte Stimme die einzigen Anzeichen für eine Refluxkrankheit. Durch eine sorgfältige Untersuchung und Patientenbefragung versucht der Arzt, die vorhandenen Symptome gegenüber anderen Krankheiten wie etwa einer Magen- oder Herzerkrankung abzugrenzen. Bei Verdacht auf eine Refluxkrankheit ist gegebenenfalls eine Magenspiegelung erforderlich, um die Speiseröhre auf Veränderungen hin zu untersuchen.

Die Behandlung einer Refluxkrankheit besteht in erster Linie in der Therapie der zugrunde liegenden Erkrankung. Wird die Erkrankung durch Medikamente oder eine ungesunde Lebensweise ausgelöst, kann durch einfache Maßnahmen meist schnell eine Besserung erzielt werden.

Sodbrennen Ursachen: Weitere Erkrankungen

Als Ursache für Sodbrennen kommt auch eine Speiseröhrenentzündung infrage. Eine solche Entzündung kann infolge einer Refluxkrankheit selbst auftreten, aber auch Folge von Verätzungen, Fremdkörpern, Infektionen und Medikamenten sein, zum Beispiel wenn diese lange Kontakt mit der Schleimhaut der Speiseröhre hatten.

Auch ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie) kann Sodbrennen verursachen. Das Zwerchfell ist ein Muskel, der den Bauchraum vom Brustkorb mit der sich darin befindlichen Lunge trennt. Der Muskel ist durch eine Öffnung durchbrochen, hier befindet sich die Speiseröhre mit dem Ösophagussphinkter (Schließmuskel). Ist die Öffnung zu weit, können Teile des Magens in den Brustkorb verlagert werden, Magensäure gelangt einfacher in die Speiseröhre und verursacht das typische Sodbrennen.

Bei einem kontinuierlichen Rückfluss der Magensäure kann es in seltenen Fällen zu sogenannten Ulzeration oder Stenosen, d.h. narbigen Engstellen, und sehr selten auch zur Entartung (Speiseröhrenkrebs) kommen.

Motilitätsstörungen des Magens, zum Beispiel in Folge einer Diabeteserkrankung oder Abflusshindernisse am Magenausgang, wie Narben nach Magengeschwüren, können einen Reflux ebenfalls verstärken und sollten primär ausgeschlossen werden.

Medikamente

Sodbrennen wird sehr häufig durch Medikamente ausgelöst. In der Regel handelt es sich dabei um Arzneimittel, die die Säureproduktion im Magen anregen, die Muskeln entkrampfen oder die Blutgefäße weiten. Dazu zählen verschiedene Herz-Kreislauf-Mittel, Rheuma- und Schmerzmittel sowie Psychopharmaka. Auch einige Substanzen in Arzneimitteln wie etwa Pfefferminzöl kommen als Auslöser für einen Reflux infrage.

Lebensweise

Die Lebensgewohnheiten spielen bei der Entstehung von Sodbrennen eine wesentliche Rolle. Viele Menschen haben Beschwerden nach einer üppigen, fetthaltigen Mahlzeit, nach exzessivem Alkoholgenuss oder bei übermäßigem Stress. Nikotin wiederum beeinträchtigt die Muskelspannung und kann dazu beitragen, dass der Schließmuskel insuffizient wird. Unterstützt wird der Rückfluss zusätzlich durch enge Kleidung, aber auch durch Übergewicht. Die überschüssigen Pfunde üben kontinuierlichen Druck auf den Magen aus, sodass der Mageninhalt leichter aufsteigt.

Sodbrennen während der Schwangerschaft

Viele schwangere Frauen leiden regelmäßig unter Sodbrennen. Das liegt zum einen an hormonellen Vorgängen, die den Schließmuskel am Mageneingang schwächen. Zum anderen drückt das heranwachsende Kind auf den Magen. Generell ist Sodbrennen während der Schwangerschaft unbedenklich und legt sich in der Regel nach der Geburt wieder. Lediglich bei länger anhaltenden Beschwerden oder sehr starken Schmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden. 

Um die Beschwerden zu lindern, sollte während der Schwangerschaft möglichst auf eine gesunde Lebensweise geachtet werden. Säurehaltige oder Säureproduktion anregende Lebensmittel können das Sodbrennen verstärken, ebenso wie Bewegungsmangel oder enge Kleidung.

In Absprache mit dem Arzt können gegebenenfalls Magensäure bindende Medikamente eingenommen werden. Vorsicht ist bei Arzneimitteln geboten, die eine säurehemmende oder abführende Wirkung haben. Diese sollten aufgrund möglicher Risiken nur in enger Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.

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Ist Sodbrennen gefährlich?

Sodbrennen ist nicht weiter bedenklich, solange die Beschwerden nur gelegentlich auftreten. Bei regelmäßigem Sodbrennen besteht jedoch die Gefahr, dass durch die ständige Reizung der Speiseröhre Folgeerkrankungen entstehen. So kann sich beispielsweise eine Speiseröhrenentzündung entwickeln und im schlimmsten Fall Speiseröhrenkrebs auslösen. Zudem können sich durch den ständigen Kontakt mit der Magensäure die Zellen im unteren Teil der Speiseröhre verändern und das sogenannte "Barrett-Syndrom" auslösen. Dieses wiederum erhöht ebenfalls das Risiko von Speiseröhrenkrebs.

Gelegentlich hat chronisches Sodbrennen auch eine ernsthafte Erkrankung zur Ursache. Aus diesem Grund ist es ebenfalls wichtig, regelmäßig wiederkehrende Beschwerden ärztlich untersuchen zu lassen. So kann Sodbrennen nicht nur eine Speiseröhrenentzündung auslösen, sondern auch infolge einer solchen Entzündung auftreten. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn sich bedingt durch die Entzündung Geschwüre und Narben bilden. Diese führen zu einer Verengung der Speiseröhre, es treten typische Symptome für Sodbrennen auf.

Häufig wird Sodbrennen auch durch einen Zwerchfellbruch ausgelöst. Eine solche Ausweitung des Mageneingangs muss nicht immer behandelt werden, kann aber auch ernsthafte Komplikationen zur Folge haben. Das ist vor allem dann der Fall, wenn ein Teil des Magens in den Brustraum verlagert wird oder es zu chronischen Blutungen kommt.

Wenn zusätzlich zum Sodbrennen Schmerzen im Oberbauch auftreten, kann dies ein Hinweis auf eine Magenerkrankung sein. Es besteht beispielsweise die Möglichkeit, dass die Beschwerden von einer Gastritis, einem Magengeschwür oder Magenkrebs herrühren. Bei Auftreten sogenannter Warnsymptome sollte daher eine Spiegelung des Magens und der Speiseröhre durchgeführt werden, um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen.

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Wann sollte man mit Sodbrennen zum Arzt gehen?

Sodbrennen sollte immer dann ärztlich untersucht werden, wenn es über einen längeren Zeitraum hinweg anhält oder sich die Symptome im Verlauf verändern.

Das gilt auch für andauernden Reizhusten, Heiserkeit und einen unangenehmen Geschmack im Mund. Diese Symptome können auch dann auf Sodbrennen hindeuten, wenn ansonsten keine "klassischen" Symptome für Sodbrennen vorliegen.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn zusätzlich weitere Beschwerden wie etwa Erbrechen, Durchfall, Blut im Stuhl oder ein unklarer Gewichtsverlust auftreten.

Bei anhaltenden Beschwerden steckt möglicherweise eine ernsthafte Erkrankung hinter dem Sodbrennen. Vor allem aber wird die Schleimhaut der Speiseröhre durch den wiederholten Rückfluss gereizt, weshalb eine zeitnahe Behandlung angestrebt werden sollte. Wenn den Beschwerden keine anderweitige Erkrankung zugrunde liegt, lassen sich die Symptome mit Arzneimitteln in der Regel gut behandeln.

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Mögliche Untersuchungen bei Sodbrennen

Sodbrennen kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Zudem sind die Symptome oft ähnlich wie bei verschiedenen Magen- und Herzerkrankungen, darunter auch Herzinfarkt. Aus diesem Grund muss der Arzt bei der Untersuchung vielfältige Faktoren berücksichtigen. 

Magenspiegelung

Wichtigste Untersuchungsmethode bei Sodbrennen ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Bei diesem Verfahren untersucht der Arzt Magen und Speiseröhre mit einem schlauchartigen Instrument, dem Gastroskop. Das Gastroskop wird über Rachen und Speiseröhre in den Magen eingeführt. Mithilfe einer winzigen Kamera kann der Arzt die Schleimhäute auf Auffälligkeiten hin untersuchen und bei Bedarf auch Gewebeproben entnehmen. Diese werden anschließend im Labor mikroskopisch untersucht. Die Magenspiegelung gibt Aufschluss auf mögliche Ursachen im Bereich von Magen und Speiseröhre. Außerdem kann der Arzt feststellen, ob durch den Rückfluss bereits krankhafte Veränderungen an der Speiseröhre aufgetreten sind.

Langzeit-Säuremessung 

Durch eine Langzeit-Säuremessung (pH-Metrie) kann der Arzt außerdem den pH-Wert in der Speiseröhre überprüfen. Hierzu wird eine feine Sonde über dem Mageneingang platziert und für 24 Stunden dort belassen. Die Sonde stellt fest, ob ein vermehrter Magensäurerückfluss besteht und welchen Säureanteil der Mageninhalt aufweist. Dieses Verfahren kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die endoskopische Untersuchung ohne eindeutige Ergebnisse bleibt.

Speiseröhrendruckmessung 

Die Speiseröhrendruckmessung (Ösophagus-Manometrie) ist ein weiteres Diagnoseverfahren, bei dem die Muskulatur in der Speiseröhre auf ihre Funktion hin überprüft wird. Dazu wird eine Sonde in die Speiseröhre eingeführt und langsam wieder herausgezogen, während der Patient Wasser schluckt. Die Sonde misst die Funktion der Speiseröhre jeweils während des Schluckens und in Ruhe. So kann eine mögliche Funktionsstörung der Speiseröhre diagnostiziert oder ausgeschlossen werden.

Röntgenaufnahmen

Zuletzt hat der Arzt noch die Möglichkeit, die Speiseröhre anhand von Röntgenaufnahmen optisch zu untersuchen. Dazu führt er einen Ösophagus-Breischluck durch. Bei diesem Verfahren wird die Speiseröhre mithilfe eines Kontrastmittels eingefärbt und dadurch auf den Röntgenbildern deutlicher dargestellt. Der Patient schluckt das Kontrastmittel in Breiform. Während der Kontrastmittelbrei die Speiseröhre durchläuft, werden Röntgenaufnahmen angefertigt. Auf diese Weise lässt sich die Funktion der Speiseröhrenmuskulatur für jeden Abschnitt einzeln überprüfen. Auch mögliche Tumorerkrankungen und andere Veränderungen der Speiseröhre können mithilfe des Kontrastmittels sichtbar gemacht werden.

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Therapiemaßnahmen gegen Sodbrennen

Sodbrennen lässt sich in den meisten Fällen gut mit Medikamenten behandeln. Hierzu kommen säurehemmende und säurebindende Arzneimittel infrage. Gelegentlich sind zusätzliche sog. "motilitätsfördende" Medikamente erforderlich, die die Entleerung des Magens beschleunigen sollen. Bei regelmäßigem Sodbrennen kommen vor allem säurehemmende Protonenpumpenhemmer (PPI) und H2-Antihistaminika zum Einsatz. Gegen gelegentliches Sodbrennen können auch Antazida helfen. Diese Präparate binden die Magensäure und neutralisieren so die Magenflüssigkeit.

Lebensstil- und Ernährungsumstellung

In vielen Fällen rühren die Beschwerden von ungesunden Lebensgewohnheiten her. Hier kann vor allem eine Ernährungsumstellung für schnelle Besserung sorgen. Betroffene sollten üppige, fetthaltige Mahlzeiten und säurehaltige Lebensmittel meiden. Das Gleiche gilt für Nikotin, Alkohol sowie alle weiteren Lebensmittel und Getränke, nach deren Genuss die Beschwerden zunehmen.

Sport / Mehr Bewegung

Regelmäßige Bewegung trägt in der Regel ebenfalls dazu bei, das Sodbrennen zu lindern. Bei Patienten mit Übergewicht sind die überschüssigen Pfunde oftmals die Ursache für anhaltendes Sodbrennen. Bereits eine geringgradige Gewichtsreduktion kann hilfreich sein, um die Beschwerden dauerhaft zu beseitigen.

OP / Chirurgischer Eingriff

Bei einigen Patienten ist auch ein chirurgischer Eingriff erforderlich. Das kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn bei einer Refluxkrankheit sehr starke Beschwerden vorliegen oder wenn mit Medikamenten kein dauerhafter Erfolg erzielt werden kann. Im Rahmen einer Anti-Reflux-Operation wird in solchen Fällen der Verschlussmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre verbessert. Bei der auch als „Fundoplikatio“ bezeichneten Technik bildet der Operateur aus dem oberen Teil des Magens eine Manschette und legt diese um das Ende der Speiseröhre. Die angebrachte Manschette stabilisiert und stärkt den Schließmuskel. 

Eine Operation kann ebenfalls notwendig sein, wenn dem Sodbrennen andere ernsthafte Erkrankungen zugrunde liegen. So muss beispielsweise eine Verengung der Speiseröhre gegebenenfalls mithilfe eines Ballons oder eines sog. „Bougies“ geweitet oder ein Magengeschwür operativ entfernt werden. Bei einem Zwerchfellbruch ist eine OP in der Regel nur dann erforderlich, wenn Komplikationen wie etwa eine Einklemmung des Magens vorliegen. Ansonsten werden meist nur die Symptome der Refluxkrankheit bzw. des Sodbrennens medikamentös behandelt.

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Sodbrennen: Was hilft?

Welche Hausmittel helfen gegen Sodbrennen?

Die wichtigste Maßnahme gegen Sodbrennen ist eine gesunde Lebensweise. In vielen Fällen rühren die Beschwerden von einer ungünstigen Ernährung oder von anderen Risikofaktoren wie Rauchen oder Alkohol her. Auch mangelnde Bewegung, Stress und Übergewicht können die Entstehung von Sodbrennen begünstigen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass jeder Einzelne selber viel zur Besserung der Beschwerden beitragen kann.

Sodbrennen - Das hilft:

  • Auf die Ernährung achten: Verzicht auf / Reduzierung von fettigen und säurehaltigen Speisen
  • Stärkehaltige Lebensmittel essen, bspw. Zwieback, Bananen oder Nüsse
  • Auf Säure anregende Genussmittel, wie schwarzen Tee, Kaffee und Alkohol verzichten
  • Nicht mit vollem Magen ins Bett / hinlegen
  • Liegen mit leicht erhöhtem Oberkörper
  • Ausreichend und regelmäßig Bewegung
  • Stress reduzieren und entspannen
  • Lockere Kleidung tragen (enge Kleidung, die auf den Magen drückt, vermeiden)
  • Ggf. Übergewicht reduzieren

 

Ernährung

Bei der Ernährung spielt zum einen die generelle Ernährungsweise eine Rolle. Üppige, fettige Mahlzeiten begünstigen die Entstehung von Sodbrennen ebenso wie späte Mahlzeiten. Auch hastiges Essen sollte möglichst vermieden werden. Zum anderen lösen einzelne Lebensmittel häufig Sodbrennen aus, allen voran Alkohol, säure- und kohlensäurehaltige Lebensmittel, frittierte und fettreiche Lebensmittel, Kaffee, Schokolade, Räucherwaren und stark gewürzte Speisen. Welche Lebensmittel im Einzelfall Beschwerden auslösen, kann individuell sehr unterschiedlich sein.

Bei gelegentlichem Sodbrennen haben sich stärkehaltige Lebensmittel bewährt, da sie die überschüssige Magensäure binden. Dazu zählen beispielsweise Zwieback, Weißbrot, Kartoffeln oder Bananen. Auch ein Glas Milch oder eine Handvoll Nüsse können die Magensäure neutralisieren.

Einige Menschen verspüren eine Besserung, wenn sie nach dem Essen einen Löffel Senf zu sich nehmen. Grund dafür sind die im Senf enthaltenen Senföle.

Als Hausmittel gegen Sodbrennen wird seit langem Natron verwendet. Dieses Pulver ist zum Beispiel in Backpulver enthalten und reagiert im Magen chemisch mit der Salzsäure. Da bei dieser Reaktion CO2 entsteht, kann sich jedoch bei der Einnahme der Druck im Magen erhöhen. Dadurch besteht die Gefahr, dass es doch wieder zu einem Rückfluss kommt.

Lebensweise

Ausreichend Bewegung kann der Entstehung von Sodbrennen entgegenwirken. Vor allem ein Verdauungsspaziergang nach dem Essen kurbelt die Magenentleerung an. Wer unter Stress und starker Anspannung leidet, sollte gegebenenfalls Entspannungstechniken anwenden, da Stress eine wesentliche Ursache für Sodbrennen ist.

Für übergewichtige Menschen ist ein Gewichtsverlust der erste und wichtigste Schritt, um die Beschwerden dauerhaft zu lindern. Das überschüssige Gewicht drückt kontinuierlich auf den Magen und fördert so den Rückfluss des Mageninhalts.

Wer nachts häufig unter Sodbrennen leidet, sollte den Oberkörper gegebenenfalls höher betten. Dadurch wird der Rückfluss der Magensäure verhindert. Eventuell kann es auch hilfreich sein, auf der linken Seite zu schlafen. In dieser Position befindet sich der Magen unterhalb der Speiseröhre, sodass der Mageninhalt nicht zurückfließen kann.

Für Raucher hilft in der Regel nur ein kompletter Rauchstopp. Nikotin lässt den Schließmuskel am Mageneingang erschlaffen und trägt auf diese Weise wesentlich dazu bei, dass sich die Beschwerden im Laufe der Zeit verschlimmern. Das Gleiche gilt für Alkoholgenuss.

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Behandlungskosten: Was übernimmt die Krankenkasse?

Bei der Behandlung von Sodbrennen kommen in erster Linie Medikamente zum Einsatz. Für den Patienten fällt dabei der gesetzlich festgelegte Zuzahlungsbetrag an.

Wenn aufgrund von anhaltenden, starken Beschwerden ein operativer Eingriff erforderlich ist, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen alle anfallenden Kosten. Das Gleiche gilt für alle weiteren medizinisch indizierten Eingriffe.

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Expertin für Sodbrennen in München

Dr. med. Kerstin Dobrikat

Dr. med. Kerstin Dobrikat

 

Herzogspitalstraße 4
80331 München