Interviewserie
15Jul

Teil 3: Photodynamische Therapie (PDT)

Dritter Teil der Interviewserie zum Thema "Hautkrebs" mit dem Hautarzt Dr. Christian Fellenz aus Wien.

Infos zum Experten


Methoden um den Hautkrebs zu bekämpfen

Als Facharzt für Dermatologie ist Dr. med. Christian Fellenz mit über 20 Jahren Berufserfahrung Experte für alle Belange unseres vielseitigsten Organs: Der Haut. Dr. Fellenz ist im Besonderen auf die Behandlung von Hautkrebs spezialisiert und war unter anderem leitender Oberarzt der dermatoonkologische Abteilung des Krankenhaus Hietzing in Wien, bevor er sich in seiner eigenen Ordination niederließ.

Eine besonders wirksame und schonende Methode, um den Hautkrebs zu bekämpfen, ist die Photodynamische Therapie (PDT). Im Interview beantwortet Dr. Fellenz alles Wissenswerte zur Behandlung, worauf man bei der Wahl seines Hautarzts achten sollte und wie oft eine Hautkrebsvorsorge wirklich notwendig ist.

Herr Dr. Fellenz, die Diagnose Hautkrebs ist für die betroffene Person natürlich ein Schock. Was sollte der  Patient auf jeden Fall über die  Erkrankung wissen?

Der weiße Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten und ist somit keine Seltenheit. Bei frühzeitiger Diagnosestellung können auch schonende Behandlungsstrategien zu besten Erfolgschancen hinsichtlich der Heilung erzielt werden.

Ähnlich ist es auch beim schwarzen Hautkrebs. Wenn die Diagnose allerdings erst in einem fortgeschrittenen Stadium erfolgt, stellt diese aggressive Form von Hautkrebs eine Bedrohung für das langfristige Überleben dar.

Wie wichtig ist eine Früherkennung von Hautkrebs für die anschließende Therapie?

Nur eine frühzeitige Diagnosestellung und anschließende Therapie bieten die Chance auf eine Heilungschance.

Gerade bei einer Hautkrebsbehandlung ist die Wahl eines guten Hautarzts essentiell. Woran erkenne ich, dass ich den richtigen Arzt für mich gefunden habe?

Wichtig ist, dass der behandelnde Dermatologe auch eine Ausbildung im Bereich der Dermatoonkologie besitzt.  Darüber hinaus sollte er seine Kenntnisse stetig in Form von Fortbildungsveranstaltungen vertiefen und über entsprechende Zeugnisse und Zertifikate verfügen.

Sie sind auf die Behandlung von Hautkrebs mit der Photodynamischen Therapie spezialisiert. Wie genau bekämpft die PDT den Hautkrebs?

Die photodynamische Therapie ist ein selektives und zugleich sehr schonendes Verfahren. Es werden gezielt kranke Hautzellen zerstört und gesunde Zellen geschont. Nach einer Vorbehandlung mit einer speziellen Creme wird in kranken Zellen selektiv Protoporphyrin IX gebildet. Auf gesunde Zellen nimmt die Creme keinen Einfluss. Bestrahlt man das zu behandelnde Areal mit dem Licht einer bestimmten Wellenlänge, wird in den kranken Zellen radikaler Sauerstoff gebildet, der diese zerstört. 

Welche Arten von Hautkrebs kann die Photodynamische Therapie behandeln?

Durch eine PDT lassen sich besonders gut oberflächliche weiße Hautkrebsarten wie beispielsweise aktinische Keratosen, Basaliome und Morbus Bowen behandeln.

Welche Vorteile bietet die PDT gegenüber anderen Behandlungsmethoden?

Die Heilungserfolge stehen herkömmlichen chirurgischen Behandlungsmethoden in nichts nach. Der ganz klare Vorteil einer PDT liegt darin, dass es sich um ein schonendes aber zugleich sehr effektives Verfahren handelt, dass keine chirurgischen Eingriffe und mögliche Narben entstehen lässt.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist, dass auch eine großflächige Behandlung möglich ist und somit auch sogenannte subklinische Läsionen, also noch nicht medizinisch behandlungsbedürftige Veränderungen frühzeitig erfasst werden, noch bevor sie überhaupt erkennbar werden.

Wie läuft eine photodynamische Therapie ab?

Zu Beginn wird eine spezielle Creme auf das betreffende Hautareal aufgetragen. Diese bewirkt, dass die kranken Zellen lichtempfindlich reagieren. Nach dem Auftragen wird das zu behandelnde Areal lichtdicht abgeklebt, sodass die Creme in die Hautzellen eindringen kann. Nach einer Einwirkzeit von etwa 3 Stunden kann die Creme abgetragen und die Haut 10 bis 14 Minuten lang belichtet werden. Sehr sensible Patienten können währenddessen gerne mit Kaltluft oder Schmerzmedikamenten behandelt werden.

Durch eine Vorbehandlung mit dem fraktionalen Carbondioxidlaser wird die Wirkung dieser Behandlung erheblich gesteigert. 

Muss die Behandlung wiederholt werden?

Nach 4 Wochen wird die Haut des Patienten noch einmal gründlich untersucht. Der Arzt entscheidet dann ob eine zweite Behandlung erforderlich ist. 

Mit welchen Nebenwirkungen ist bei einer Photodynamischen Therapie zu rechnen?

Nach einer photodynamischen Therapie kommt es in den ersten Tagen oftmals zu Schwellungen, Nässen, Krustenbildung oder Rötungen. Diese klingen nach einigen Tagen wieder ab, wobei  Rötungen aber am länger bestehen bleiben. 

Was ist bei der Nachsorge einer photodynamischen Therapie zu beachten?

Viele Patienten empfinden beruhigende Thermalwassersprays oder kühlende Umschläge als sehr angenehm. Nach einigen Tagen können auch wundheilungsfördernde Cremes verwendet werden. 

Ist eine regelmäßige Hautkrebsvorsorge auch nach einer erfolgreichen Behandlung erforderlich?

Eine erfolgreiche photodynamische Therapie ersetzt keine regelmäßigen Kontrollen. Gerade bei Patienten,  die bereits eine Hautkrebsvorgeschichte hatten, kommt es sehr häufig zur Neuenstehung von bösartigen Veränderungen. Deswegen ist eine regelmäßige Kontrolle bei diesen Patienten umso wichtiger. Im Fall einer Neuentstehung kann neben einer erneuten Belichtung auch eine Cryotherapie oder chirurgische Operation empfehlenswert sein. 

Wie oft sollte man einen Termin zur Hautkrebsvorsorge machen? Unterscheidet sich das von Patient zu Patient?

Patienten, die eine unauffällige Krankengeschichte haben sollten einmal im Jahr zur Untersuchung gehen. Bei Patienten mit Risikofaktoren sollte eine Untersuchung alle drei Monate stattfinden.

 

 

Weitere Teile dieser Serie:

Teil 4: Von Akne bis Nagelpilz - Effektive Behandlung durch Photodynamische Therapie (PDT)

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Teil 3: Photodynamische Therapie (PDT)

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Zweiter Teil der Interviewserie zum Thema "Hautkrebs" mit dem...

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